| | Was viele schon nach der letzten Bundestagswahl voraussahen,
nach den katastrophalen Wahlniederlagen in Hessen, Niedersachsen und an der Saar ist es nun wohl allen klar geworden: Für die
SPD war der Wahlsieg vom September 1998 ein Pyrrhussieg. Jetzt wird
sie nämlich gezwungen, das selbst zu tun, was sie Arm in Arm
mit den Gewerkschaften gegen alle Vernunft bisher stets
verhindert hat. Sie muß jetzt ohne Rücksicht auf
diese Gewerkschaften den Sozialstaat - weil er so nicht mehr
finanzierbar ist - auf ein vernünftiges Maß
zurückführen. Und es ist gut, daß die SPD - und
nicht die CDU - das machen muß. Hätte eine bürgerliche
Koalition auch nur annähernd so weitgehende
Änderungen vorgesehen, wie die SPD jetzt durchsetzen muß, hätte diese Partei in der Opposition
zusammen mit den Gewerkschaften einen Aufstand inszeniert, der
wirkliche Reformen wiederum zunichte gemacht hätte. So gesehen ist die jetzige politische Konstellation
für das Land besser als eine große Koalition. Nun
muß die SPD ihre eigenen Fehler korrigieren und dafür
auch die Verantwortung übernehmen. Die Union sollte dies den
Wählern klar genug machen, ohne vernünftige Lösungen
zu blockieren. Dann kann das Land auf eine Erholung hoffen.
Und die Union sollte sich auch klar darüber sein, das alles, was die SPD an notwendigen Reformen jetzt unterläßt, nach einer Regierungsübernahme unter sehr viel schwierigeren Bedingungen auf sie zukommt. gs
| | |