Die Neiddebatte


Es ist Mode geworden - je nach aktuellem Thema – einzelne Bevölkerungsgruppen gegeneinander auszuspielen, ja regelrecht aufzuhetzen.


Im Zuge der Renten- und Gesundheitsreform-Dikussion waren es die "Alten" die auf Kosten der "Jungen" leben sollen. Was ja für die Krankenversicherung z.B. objektiv sogar zutrifft. Aber das liegt nun mal im doch gewollten Solidar-System begründet. Soll ausgerechnet für die Alten der ständig beschworene "Solidarausgleich" nicht gelten? Man kann den Alten kaum vorwerfen, daß sie immer länger leben. Das werden die heute Jungen ja eines Tages auch, ja sie werden im Durchschnitt sogar noch länger leben als die heutigen Alten. Aber ist es die Schuld der Alten, daß die verantwortlichen Politiker es jahrzehntelang versäumten, das System entsprechend und stetig anzupassen, statt z.B. die länger zu zahlenden Renten einfach durch ständige Beitragserhöhungen zu finanzieren?


Heute werden die Ledigen gegen die Verheirateten ausgespielt, morgen die Kinderlosen gegen die Kinderreichen, die Reichen gegen die Armen, die Besserverdiener gegen die Geringverdiener, die Gesunden gegen die Kranken. Neuerdings die Top-Manager gegen ihre Mitarbeiter oder wahlweise gegen die Aktionäre.Im Grund sind das alles unberechtigte und unfaire Diffamierungen.


Und die Medien mischen kräftig mit. Das ist in der Regel reine Polemik, weil es die Ursachen der eigentlich zu kritisierenden Probleme überhaupt nicht oder nicht objektiv darstellt. Das mag ja vielen nach dem Munde reden. Mit objektiver Information hat das allerdings nichts zu tun, und zu einer ausgewogenen, objektiven Meinungsbildung trägt es auch nicht bei.
Ich finde das - mit Verlaub - schlicht widerlich.

gs