Die Pisa-Studie und die Gesellschaft

Die Pisa-Studie deckt die Mängel unseres Bildungssystems auf. Und die Politiker antworten mit einer weiteren, ebensowenig hilfreichen Bildungsreform.


Der Staat und die Gesellschaft leben nun einmal von der Leistung der Leistungswilligen. Nur sie zahlen die Steuern, Abgaben und Versicherungsbeiträge, mit denen Bund, Länder und Gemeinden ihre öffentlichen Aufgaben erfüllen und auch die umfangreichen Sozialleistungen finanzieren können.


Wer jahrzehntelang Leistung verteufelt und Eliten diffamiert, der muß sich nicht wundern, wenn die Menschen allgemein und die Schüler im besonderen sich dem "Leistungsdruck" entziehen und "keinen Bock" mehr auf Leistung haben; der muß dann eines Tages die so dringend benötigten "Eliten" aus Indien und Osteuropa importieren.


Genau das ist in Deutschland in den letzten Jahrzehnten geschehen. Das ernüchternde Ergebnis der Pisa-Studie zeigt die Folgen solchen Handelns.


Um das fatale Ergebnis zu korrigieren, hilft auch keine neue Bildungsreform (solche erfolglose hatten wir mehr als genug). Wo keine Leistungsbereitschaft vorhanden ist und und auch nicht motiviert wird, hilft die beste Bildungsreform – so sie es denn überhaupt gibt – nichts, aber auch gar nichts. Was not tut ist, ein Umdenken in der Gesellschaft, eine „Gesellschaftsreform“, die wirklich die ganze Gesellschaft ergreift und nicht nur das Bildungswesen. Der Ruck, der durch die Gesellschaft gehen sollte, ist trotz des prominenten Mahners ausgeblieben. Hier waren vor allem die Politiker gefragt. Die aber haben kläglich versagt. Sie müßten dann ja auch von ihrer Ideologie herunter.


Leistung muß wieder geachtet sein, nicht nur beim Sport, sondern im täglichen Leben, in der Schule, in der Wirtschaft und - last but not least - in der Politik.


Dazu gehört aber auch die Erkenntnis, daß nur Anspruch auf die Solidarität und auf Leistungen der Gemeinschaft hat, wer - im Rahmen seiner Möglichkeiten - seine Leistung der Gemeinschaft gegenüber erbringt. Solidarität kann keine Einbahnstraße sein!

Wem die Gemeinschaft die Ausbildung finanziert, der schuldet der Gemeinschaft, die ihm gebotenen Möglichkeiten bestmöglich zu nutzen und durch Ausübung eines seinen Fähigkeiten entsprechenden Berufs die erhaltenen Leistungen in Form von Steuern zu vergüten, damit die nächste Generation die gleichen Chancen bekommen kann. Wer Sozialleistungen erhält, schuldet der Gemeinschaft, solange er gesundheitlich dazu in der Lage ist, eine Gegenleistung in Form von gemeinnütziger Arbeit, deren Wert dem den erhaltenen Geldleistungen entspricht.

Es kann nicht sein, daß solche Menschen als besonders clever gelten, die sich ihren Pflichten zu entziehen verstehen, jede nur denkbare Leistung der Gemeinschaft aber selbstverständlich in Anspruch nehmen können. Der leistungsbereite Bürger ist es langsam auch leid, mit seiner Arbeit das Leben solcher Mitbürger finanzieren zu müssen, die sich ordentlicher Arbeit entziehen, aber mit Sozial- oder Arbeitslosenhilfe und Schwarzarbeit sich ein besseren Leben leisten können als mancher Geringverdiener.

gs