"Gesundheitsreform" und die „Einheitsprämie


 

 



 

 

 

Die „Einheitsprämie“ ist vernünftig. Daß die Sekretärin den gleichen Beitrag zahlen muß wie ihr Chef, ist kein Argument dagegen. Sie hat den gleichen Anspruch und erhält die gleichen - wegen der biologischen Gegebenheiten im Durchschnitt sogar höhere - Leistungen. Oder wollen wir künftig die Preise z.B. für Lebensmittel, die für den Menschen genau so lebenswichtig sind wie eine Krankenversicherung, auch sozialisieren? Wer durch die Einheitsprämie untragbar belastet wird, erhält – anders als bei Lebensmitteln – ja auch staatliche Zuschüsse.

Die Verteilung der Soziallast nicht nur auf Kassenmitglieder sondern auf alle Steuerzahler ist sozial gerechter. Zum einen werden dadurch gerade die Geringverdiener (die wenig oder keine Steuern zahlen) entlastet und die Mehrverdiener tragen als Steuerzahler einen größeren Teil zum Ausgleich bei als im Rahmen der GKV-Mitgliedschaft. Und Nicht-GKV-Versicherte werden so auch beteiligt. Das ist gerechtfertigt, weil der Sozialausgleich eine gesamt-gesellschaftliche Aufgabe ist und - entgegen der CSU-Meinung – nicht nur der Versichertengemeinschaft obliegt (wie der Ausgleich zwischen den Geschlechtern oder zwischen alt und jung, krank und gesund etc.). Ob die "Soziallast" als Beitragszuschlag oder als Zuschlag zur Steuer (warum nicht zur Mehrwertsteuer?) erhoben wird, ist also nur eine Frage des zu belastenden Personenkreises. Ein Steuerzuschlag jedenfalls verteilt die Last auf mehr und auf die breiteren Schultern.

Man sollte sich aber darüber klar sein, daß auch das noch längst keine "Gesundheitsreform" wäre, nicht einmal eine Krankenversicherungsreform, weil sie nur die Einnahmeseite berührt und nicht die "Krankenversicherung" als ganzes, und schon gar nicht das gesamte Gesundheitswesen reformiert oder auch nur saniert.

s.auch „Gesundheitsreform II“