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Bürgerversicherung
Die
Bezeichnung "Krankenversicherungsreform" oder gar
"Gesundheitsreform" für das, was die Parteien zu
Zeit diskutieren, ist Etikettenschwindel. Am
Krankenversicherungssystem wird nämlich nur ein - für
eine grundlegende Sanierung (!) relativ unbedeutender -
Teil geändert: die Art der Finanzierung.
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Die SPD will am
geltenden GKV-System im Prinzip nur ändern, daß es auf
alle Bürger (auch auf die, die seiner Hilfe gar nicht
bedürfen und es auch gar wollen) ausdehnen und deren gesamte
Einkünfte zur Grundlage der Beitragsbemessung machen. Das
wäre nichts anderes als ein staatliches Gesundheitssytem, das
durch eine von allen Bürgern - und bei Arbeitnehmern zur
Hälfte von der Wirtschaft - zu tragende Sondersteuer
finanziert würde, wie es in England ja schon seine negativen
Seiten gezeigt hat. Mit "Versicherung" hätte das
nun allerdings wirklich nichts mehr zu tun und
"Bürgerversicherung" ist nur ein populistisches
Schlagwort. Von den negativen Auswirkungen (Vernichtung eines
ganzen Wirtschaftszweiges mit Verlust von Zehntausenden von
Arbeitsplätzen, Enteignung der Privat-Versicherten etc.) einmal
ganz abgesehen. Auch die Vorstellungen der Union würden
nur die Art der Beitragsaufbringung ändern: Statt
einkommensabhängiger, paritätisch von Arbeitgebern und
Arbeitnehmern finanzierter Beiträge wird ein einheitlicher
Pauschalbeitrag bei sozialer Abfederung nur noch vom Versicherten
gezahlt und gleichzeitig sein Gehalt um den bisherigen
Arbeitgeberanteil erhöht.
Beim SPD-Modell geht es also
eigentlich nur um die Ausdehnung des Kreises der Versicherten,
beim Unions-Modell um die Verringerung der Lohnzusatzkosten. Die
anderen Elemente des jeweiligen Vorschlags sind durchaus
austauschbar: Die "Bürgerversicherung" wäre
durchaus mit einer Kopfpauschale denkbar und das Unionsmodell mit
einer einkommensabhängigen Prämie, die - bei Erhöhung seines Bruttogehalts um den bisherigen Arbeitgeberanteil - allein vom Versicherten gezahlt wird.
Die wahren Gründe haben also mit einer wirklichen, dauerhaften Sanierung nicht das Geringste zu tun. Bei der "Bürgerversicherung" geht wohl mehr um Ideologie. Aus der von ihr durchgesetzten, fehlgeschlagenen Öffnung der Rentenversicherung "damit Geld in die Kassen kommt", hat die SPD nichts gelernt: Die Rentenversicherung ist heute mehr denn je sanierungsbedürftig!
gs
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