|
|
Andrea Nahles nennt -
sicher ungewollt - selbst den Grund dafür,
daß Arbeitszeitverkürzungen bei vollem Lohnausgleich
eben keine Arbeitsplätze gebracht, sondern nur zu
einer Kostenexplosion beigetragen haben. Nach Einführung
der 35-Stunden-Woche wurde weithin ja gar nicht weniger
gearbeitet. Nur mußte jetzt ab der 35. Stunde jede Stunde
zusätzlich und zwar nicht mit 100%, sondern mit 125-200%
des Stundenlohns (je nachdem, ob sie an einem Werktag, Samstag
oder Sonntag geleistet wurde) bezahlt werden. Wenn bei
durschnittlich 38,5 tariflichen Wochenstunden heute
tatsächlich durchschnittlich 42,4 Stunden gearbeitet
werden - wie Nahles es ja zitiert-, also 10% Überstunden
geleistet werden, dann bedeutet das "nach Adam Riese"
doch nichts anderes, als daß die Kosten um 12,5 % - im
Einzelfall bis maximal 20 % höher sind als bei einer
tariflichen Arbeitszeit von z.B. 42 Wochenstunden! Es geht ja
auch nicht darum, mit einer Kosteneinsparung in dieser Größenordnung die Unternehmergewinne zu
erhöhen (billiges Schein-Argument!), sondern einmal darum,
mit der Kostensenkung Arbeitsplätze zu erhalten, zum anderen
diese in billigeren Preisen an den Verbraucher weiterzugeben
und damit den Konsum zu beleben, was wiederum Arbeitsplätze
schaffen würde. Es geht also im Grunde nicht nur um
längere Arbeitszeit, sondern um die zu hohen Kosten. Das
können auch noch so eingängige Worte von
ideologisch gepoolten Pseudo-Wirtschafts-Experten, die noch nie
ein Unternehmen von innen gesehen haben, nicht hinwegreden.
gs
|
|
|